Wegen der wiederkehrenden Probleme mit myblog.de sind wir umgezogen hierhin:

http://kiesels.wordpress.com/

16.1.12 21:22, kommentieren

 

 

 

 

 

 

...schonmal "Besser geht's nicht" gesehen? Da gibt es eine Szene, in der Jack Nicholson im Wartezimmer seines Therapeuten steht und zu den Wartenden sagt: "What if this is as good as it gets?!" Ich hab so gelacht.
Nach Nächten wie dieser fühlt es sich so wie der arme Geplagte in dem Film. Gut zu wissen, dass Sackgassen manchmal keine sind und dass es Menschen gibt, die schon gesehen und erlebt haben, dass Hoffen und Wünschen nicht unsinnig sein muss.
 
"What if this is as good as it gets?!"
 
Manchmal fühlt sich was wie Sackgasse an... aber es geht weiter. Irgendwann, irgendwohin. Auch wenns im Moment und seit einigen Wochen gar nicht danach aussieht bzw. sich anfühlt. Vielleicht hat sich auch schon seit 2 Jahren alles zu schnell zuviel bewegt. Unbefriedigende Antwort. Hm. Ich meine - klar, es geht immer weiter, jaja. Aber wohin? Wie sollen wir das denn entscheiden bittesehr?!

Einerseits finde ich den Satz gut, einmal sarkastisch gut und ein andermal weil er auf den Boden holt und uns sagt - hey - nicht immer nach irgendwas sehnen, sondern mal hinstellen, fühlen, annehmen, sein, gut sein lassen. Andererseits, vor allem nach Nächten wie dieser und an einem Morgen wie diesem sind wir nicht besonders begeistert von der Idee, vielleicht einfach am Ende des Möglichen angekommen zu sein und sich jetzt damit arrangieren zu sollen. Es kann immer alles sekündlich anders werden. Keine Frage. Aber es geht ja auch um Interna. Also um Kieselei. Wenn da irgendwann klar wird: vielleicht werden wir immer Hilfe brauchen. Vielleicht werden wir immer in "Gefahr" sein, jeden Moment abstürzen zu können, auch wenn schon länger alles gut ging oder oberflächlich gut ging...

Hm ok, Nonsens-Beitrag emotion Ablenkung bis es hell wird.  emotion

1 Kommentar 5.1.12 08:21, kommentieren

 

 

 

 

 

In der Weite eines Augenblicks
habe ich gesehen
was immer unerreichbar weit
wird vor mir gehen.


Wie ein falsch gepolter Schatten
wird es immer vor mir sein
und mich daran erinnern,
dass ich's niemals nehmen kann, es würde niemals mein.

Ich weiß es ist vorhanden,
es breitete die Arme vor mir aus,
ganz nah, ganz echt, in einem Augenblick
zeigte es mir ein Zuhaus...

Ein Platz in einem Herzen,
als wäre da unendlich Raum für mich,
schien so greifbar nah...
und dann verflüchtigte es sich.

Ich konnte es nicht halten,
drum gab ich gab es zurück.
Es bleibt mein größtes Sehnen
in jedem Augenblick.

Vollkommenes wird unerreichbar sein
und muss es immer bleiben,
denn könnte ich's berühren,
würde ich es von mir treiben.

Ich würde atmen, endlich atmen.
Ich würde weinen bis es regnet.
Ich würde endlich fühlen, endlich sein.
Ich wünschte, ich wär ihm nie begegnet.

Denn zu sehnen ohne Wissen
ist dunkel und schwer,
aber unerträglich ist zu sehen:
es geht immer vor mir her.

Zu wissen es ist da,
zu spüren es würde Heilung sein,
zu wünschen ich dürfte es haben,
für dieses Fühlen fallen mir keine Worte ein.

Und doch ist es das größte Geschenk,
das mir vorstellbar ist,
es fühlen zu können,
dass es vorhanden ist.

8.12.11 23:57, kommentieren

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben das nie so recht verstanden, was da passiert intern, wenn die Adevntszeit kommt. Nur dass es blöd unterbewusst so irgendwie arbeitet und Kreise zieht und nicht zu lösen geht, weil wir nicht so recht rankommen an das, was da ist.

Es gibt ja verschiedene Ideen, auch was wir so von anderen mitbekommen.
- dass in dieser Zeit Übergriffe passiert sind bei manchen und die Zeit deswegen negativ besetzt ist
- dass man in dieser Zeit der Familie besonders ausgeliefert war, weil das halt so ist an so Tagen
- dass man genervt ist von diesem "Getue", weil es hauptsächlich so künstlich aufgebauscht wird, aber nichts dahinter
- dass mans mit dem religiösen Hintergrund nicht so hat und es nervt, dass das als "normal" so von allen "verlangt" wird, das toll zu finden und mitzumachen
- dass man sich in dieser Zeit besonders nach der heilen Welt sehnt, die man nicht hatte, weil um einen rum scheinbar das Glück spazierengeht...

sowas alles.
Plus halt individuelle Varianten und Zusätze.

Bei uns... von allem was, aber so an dem Familiending, da hängt nochwas.

Dass eben da aus gar keinem Grund plötzlich alle nett taten.. Man wurde auch nicht besser behandelt so wirklich oder so, aber eben so: ach komm, heut ist Weihnachten, da bemühen wir uns mal, sie so hinzunehmen auch wenn sie noch so ätzend ist, diese Pisstusse von Tochter. Man hats aber doch die ganze Zeit trotzdem gefühlt und diese Schuld noch mehr als sonst, weil sie sich so "bemüht" haben obwohl man doch so widerlich ist, meine Güte, was tut man den allen an und versaut denen noch ihre schönen Tage nur weil man vorhanden ist und sie das alles immer mit einem aushalten müssen.

4.12.11 14:36, kommentieren

 

 

 

 

 

 

 

Das einzig Reale ist die Einsamkeit in der Erkenntnis über die eigene Persönlichkeit.

Da ist nichts hineinzuschenken - wo kein Boden ist, da ist kein Anker und da ist auch keine Hoffung, sondern immer nur Oberfläche - darunter ist nichts.

Das Nichts ist absolut.

1 Kommentar 3.12.11 12:25, kommentieren

 

 

 

 

 

 

 

dann wurds weng besser...

 

Wir sind alle eins. Wir haben nur uns. Wenn alles zusammenfällt haben wir trotzdem immernoch uns. So ist es doch. Und das haben wir über die Thera gestellt. Und das ist doch was Gutes. Auch ein geschrottetes System ist immernoch ein System.
Wir haben eine Kugel gemacht. Außen eine große Kugel, und alle nach drinnen geholt, als wir diese Mails geschrieben haben. Alle. Alle zusammen. Das ist es was bleibt. Solange wir leben wird es so sein, egal wie kompliziert manchmal und zerrissen und alles - in der Not halten wir zusammen. Cool.

*vergessen wir mal den ganzen anderen Kram* 

3.12.11 12:24, kommentieren

 

 

 

 

 

 

 

ausm Tagebuch kopiert...

 

Hm... ich weiß noch nicht so genau wie die Überschrift sein soll... ich mach mir grad so Gedanken. Und dachte ich mach sie mal so, dass ich sie wiederfinde und sie nicht in den dunklen Windungen meines Seins wieder dahinschwinden.

Durch meinen Beruf habe ich das Glück, neues Leben ganz am Anfang beim Werden begleiten zu dürfen. Also so weit man eben einen "Anfang" finden kann im Heute. Dass ich da so nah dran bin, macht natürlich auch was mit mir und hat Gründe, warum gerade diese Arbeit so wichtig und wesentlich für mich ist. Und heilsam auch.
Was mich gerade immer wieder mal leise oder auch lauter beschäftigt ist diese Persönlichkeits-Sache. ^^ Also wie das denn eigentlich "gedacht" ist - was ist "normal", wenn es sich so entwickeln darf, wie es "gesund" ist.
Mal abgesehen davon, dass es da gar keine richtige Norm geben kann, weil das alles schrecklich komplex und immer ganz individuell komplex vor allem ist, muss es ja sowas geben wie... hm... sagen wir mal "das Optimalste, was die Natur, die Schöpfung oder an was auch immer man glauben mag, sich so gedacht hat".

Ich kam immer wieder vorbei an der "Kern"frage. Also so die Idee, dass jeder Mensch einen gesunden "Kern" hätte. Eine "Kern"persönlichkeit, wo alles noch heil und ganz und unzerstörbar ist. Das hat mich eine Weile mächtig beschäftigt und in der Klinik habe ich drei oder vier Tage durchgeheult, weil ich plötzlich ganz tief drin wusste, ich hab sowas nicht. Ich konnte das nichtmal formulieren. Ich konnte nur sagen, ich suche und suche, aber ich glaube ich sollte aufhören, weil da ist es nur schmutzig und dunkel und das ist so schrecklich, was soll ich denn machen, wenn das wahr ist?!
Niemand hat mich so recht ernstgenommen, sondern es wurde mir sehr liebevoll immer wieder gesagt, dass es noch tiefer drin wär und doch doch, das hätte Jede/r und dass sie aber alle dran glauben, sonst wäre ich doch nicht so weit gekommen... etc.
Ja - das Problem ist nur - "ich" bin noch gar nicht weit gekommen. "Ich" bin erst seit ein paar Jahren in diesem Körper. Ich lebe, aber ich "bin" nicht. Ich habe keinen Halt in mir und kann auch niemanden in mir halten. Und das ist es, was für mich/uns die "ewige Suche" vielleicht ausmacht, oder? Die Suche nach Halt. Aber darauf komme ich nochmal. Wenn wir jedenfalls in der Verbindung all dessen, was in diesem Körper wohnt, nach einem gesunden Kern suchen, also dann werden wir richtig, richtig schwer depressiv. Das hat keinen Sinn. Wir mussten uns mühsam davon lösen, uns damit zu beschäftigen, dass alle anderen da was zu wissen glauben, von dem wir tief, tief drinnen wissen, das haben wir nicht, das gibt es hier nicht.

Dann habe ich/ haben wir uns so entlang gehangelt, dass wir uns gedacht haben - hm - vielleicht gab es diesen Kern mal gaaaanz am Anfang, so irgendwie "Zeugung ergibt Kern" und dass der sofort zersplittert ist. Aber das ist uns viel zu abstrakt analytisch als dass wir uns damit weiter beschäftigen mögen. Und soweit wir es mitbekommen haben bisher, würden wir da wohl auch wirklich in verworrenen präpartal-psychoanalytischen Gewässern verstrudeln. Und glauben wir an präpartale Persönlichkeitsspaltungen? Glauben wir an präpartale Persönlichkeit? Wuha, bloß nicht da einsteigen, das wird weiiiites Feld.

Jetzt sind wir im Heute beim Thema Halt angekommen. Losgetreten durch die Erkenntnis, dass wir niemals "jemand" waren. Nichts Eigenes jedenfalls. Immer nur so Einzelteile, die haltlos unverbunden durchs Universum fliegen und suchen, suchen, suchen. Und wenn sie was finden, wo es sich gut anfühlt, dann lassen sie sich dort niede. Und wenn es sich auch für andere Einzelteile gut anfühlt, dann sammeln sie sich irgendwie so drum herum oder weiter weg oder daneben oder irgendwie in der Nähe und bauen da eine Struktur, die aber gar nicht weiß, dass sie nur eine künstliche ist und dass sie auch nur ein Teil von etwas ist, das nirgendwo ein Zentrum hat.
So entstehen so künstliche Zentren, die um etwas oder jemanden herum gebaut sind. Wenn diese Anker, diese fremden HaltgeberInnen, aber anfangen sich zu bewegen oder was davon bemerken, dass diese künstliche Struktur nur ein Teil von etwas total Zerfleddertem ist und nach dem Zentrum zu suchen anfangen oder gern das imaginierte Zentrum als Ganzes in Anspruch nehmen möchten, oder wenn diese HaltgeberInnen wegfallen, dann fangen die Probleme an.
Denn was nach außen sichtbar ist, ist eine Person. Ein Körper, der Alltag darstellt und der von allen im Außen gleich gesehen, aber jeweils komplett anders gekannt wird - als jeweils eigene, immer andere künstliche Struktur eben, die in sich versucht, stabil zu bleiben, denn sie hat nichts, woran sie sich halten kann, wenn der äußere Halt, um den sie sich aufgebaut hat, sie von sich trennt und anschauen will oder will, dass sie ein eigenes Ich zeigt.

Mhm... ich dachte mir schon, dass ich mich verrenne und mir wahrscheinlich eh niemand mehr folgen kann...

Mal zurück zu meinem Anfang.
Ich erlebe durch meine Arbeit, dass es in jeder Schwangerschaft ("normalerweise" einen Punkt gibt, manchmal auch nur kurz und vorübergehend, im Idealfall aber als Entstehungspunkt, an dem in der Frau, die das Kind trägt, Raum entsteht. Raum, in dem das Kind ist. Raum, in dem Persönlichkeit sein darf und anfangen darf zu wachsen. Und im Idealfall bleibt dieser Raum, natürlich beeinflusst durch das Leben an sich, aber er bleibt - die Mutter gibt den Halt - und später auch der Vater, wenn es gut läuft - den Halt, in dem der Raum ist, in dem Persönlichkeit wachsen kann.
Das wichtigste für das Entstehen und Wachsenkönnen ist der Raum. Der da ist. Einfach so. Ohne dass das Kind dafür etwas tun muss oder etwas sein muss. Der Raum ist da. Und um den Raum herum ist Halt. Der auch einfach da ist. Und zwar bedingungslos. Das ist eben so. Solange es das braucht. In diesem Schutz entwickelt sich Persönlichkeit und wird Stehen gelernt. Das dauert, gibt Straucheln und Gehaltensein, Fallen und Aufgefangenwerden. Immer wieder. Bis es von alleine geht. Bis der eigene Stand fest genug ist - motorisch wie mental meint.

Wenn aber Persönlichkeit nicht wachsen kann, weil der Raum nicht da ist. Oder wenn der Raum keine Grenzen hat. Oder wenn der Halt Bedingungen hat... wie soll dann das Stehen gelernt werden, so dass es sicher ist und bleibt, aber auch Raum geben kann für Andere später, was es ja braucht für ein "gutes Leben", für ein eigenständiges Sein.
Dann bleibt die Suche, oder. Immer.
Und vielleicht wird die Suche beantwortet, teilweise, in Begegnungen, heilsamen Beziehungen...
Was aber wenn die Suche beantwortet wird mit Raum, in dem Halt an Bedingungen geknüpft ist. Wenn in dem Raum das Kind nur sein darf, damit es benutzt werden kann. Das Kind, die Persönlichkeit, die wachsen will, dockt an, natürlich, denn da ist Halt, da wird ein Raum angeboten, eine Tür aufgemacht und gezeigt: komm her, hier darfst Du sein. Nur dass es eben nicht um eigenes Wachsen geht, sondern darum, dass es so wächst, wie die Anderen es haben wollen - entlang an einem Halt, der ausnutzt, sich selbst nur dienen soll, schlägt, tritt, quält, sich an dem Kind vergeht.
Und was, wenn das immer wieder passiert. In immer anderen Beziehungen. Wenn die Mutter keinen Halt geben kann, weil sie selber keinen hat. Wenn sie keinen Raum geben will, weil sie das Kind nur hassen kann, weil es ihr Raum "nimmt", wo sie doch selbst nie welchen hatte. Wenn der Vater das Kind braucht, um sich zu schmücken. Wenn der Stiefvater das Kind nur sieht, um es zu benutzen. Wenn immer wieder Menschen dem Kind Halt anbieten und immer wieder diese Menschen das Kind benutzen. Das Kind weiß nicht, dass das alles keine Räume sind, in denen es wachsen darf. Es wächst einfach. Hier so - dort anders - beim nächsten wieder anders. Immer schlägt es Wurzeln, immer sucht es Halt... und findet ihn auch... irgendwie dort.

Nur nie so, dass es sicheren Halt finden kann, sicher genug, um Wurzeln für etwas Eigenes in sich wachsen lassen zu können, dass es sich und das, was ihm widerfährt, zu einem Ganzen zusammenfügen könnte, das Sinn ergibt und Leben möglich macht.

Also woher nehmen... wenn dreißig Jahre vergangen sind. Dreißig Jahre Suche. Dreißig Jahre immer wieder der Glaube, so, jetzt, hier, ich. Und immer wieder die Erkenntis: ich? Was ist ich? Da sind noch andere... die sind woanders ein "Ich". Mit anderen Menschen verbündet. Mit anderen Ideen verwachsen. Mit anderen Träumen verbunden. Mit anderem Halt verwurzelt. Aber keine/r sicher in sich selbst. Keine/r, der oder die "der Anfang" ist oder "der Kern" oder "das Ursprüngliche" oder "die Persönlichkeit".

Da stehe ich, ich armer Tor - ein Ich im Wir - und wer geht vor?

 

3.12.11 12:16, kommentieren

 

 

 

 

 

Habe das Gefühl, wenn ich nicht gerade nur Arbeit bin, bin ich gar nichts außer einem Haufen Körper, der nichts mehr so macht wie es sein soll und Persönlichkeit hab ich überhaupt nicht. Kein Stück Struktur oder irgendwas, womit ich mich selber halten und mir sagen könnte "alles wird gut". Was machen wir denn jetzt mit diesem Haufen Zellen, der irgendwie halt da ist und was darstellen soll, was "sein" soll? Ich bin überhaupt nicht vorhanden, wenn ich mich nicht gerade irgendwem aufdränge als Dienstleisterin.
 
Bin ich Viele? Bin ich überhaupt irgendwas? Ich hab mich aufgelöst, alles hat sich aufgelöst. Und die Th. ist alles woran ich mich festhalten kann, weil sie von allen Menschen das meiste über mich weiß, was nichtmal ich selber erinner. Glaubt sie, dass das alles wahr sein kann? Diese Landkarten, diese Anderen, diese Illusion einer Ansammlung von Persönlichkeitsfetzen und -Splittern, die ich einzusammeln geglaubt habe? Gehört das zu mir? Bin ich das? Ist das immernoch da?
 
Was mach ich denn jetzt...
Mich an ihr festhalten. Aber ich trau mich nicht richtig. Ich bin doch erwachsen und habe ein Leben und bin für mich selber verantwortlich. Wie würde ich das denn finden, wenn jemand mich als Klammerhilfe benutzen würde... ziemlich ätzend. Und ungehörig. Aber ist doch auch meine Th., oder. Oder nur für "die anderen", die Schlimmes erlebt haben und Hilfe brauchen? Ich hab das ja alles nicht erlebt, also kann ich doch einfach mein Leben genießen, es ist doch alles gut, ich hab alles, ich tu was ich will, ich bin frei und gesund und alles ist gut... Also was ist das denn.
 
Hm.
Dann geh ich mal arbeiten. Ist wohl das Einzige, wozu ich da bin.

2 Kommentare 24.11.11 08:59, kommentieren

 

 

 

 

 

... vielleicht wahrscheinlich ist das sogar so... Dass ich überhaupt keine eigene Persönlichkeit habe. Das Gefühl habe ich ja schon immer. Dass da kein "Kern" ist, zu dem man "zurückfinden" und um den herum sich Persönlichkeit nachreifen lassen könnte.
Also erlebe "ich" Halt eigentlich nur durch die Erschaffung so äußerer Scheinidentitäten, die sich um etwas oder jemand anders herum bilden (Beruf.. "Ich bin Hebamme, deshalb bin ich jemand." oder eben "Ich bin Partnerin von... also siehe da - ich bin." und wenn das dann wegfällt, bleibt eine undeutliche Wolke ohne Kern oder Begrenzung oder irgendwie Struktur übrig. Und das ist dann das, was ich/wir mit "Zusammenfallen" fürchten und beschreiben, auch wenn wir es nicht so recht beschreiben können. Da wir keinen eigenen Kern haben, um den herum wir uns zu einer Persönlichkeit entwickeln könnten, suchen wir immer im Außen nach einem... ja was... Kernersatz, um den herum sich dann sowas wie Scheinstabilität durch eine äußere Scheinpersönlichkeit illusioniert.

Ja aber was soll man denn da machen, da gibt es doch überhaupt keine Lösung dafür. Wo kein Kern ist, kann auch nichts dauerhaft stabil werden und aus sich selbst heraus Kraft und Persönlichkeit generieren.

Und das ist sowas... das haben wir schon immer gewusst. Nur niemand glaubt es, es wird behauptet das gibt es nicht, es wäre immer irgendwo ein heiler, gesunder Kern. Was aber, wenn das nicht so ist. Nur mal angenommen, ist ja egal, ob es nun stimmt. Aber wenn... Was kann man da machen. Doch immer nur Abfedern, niemals wirklich heil werden, ganz und stabil, egal wie oft man sich was anderes einredet, um irgendwie zu überleben. Ziemlich aussichtsloses Unterfangen, wie ich finde, womit sich wieder die Frage nach dem Sinn stellt. Weniger die Frage nach dem Sinn des Lebens als die nach dem Sinn des Abstrampels für ein unerreichbares Ziel, in dessen zerstörendem Sog man selbst und für alle, die mit einem in Berührung kommen, unglaublich viele negative Energien aufwirbelt bzw. überhaupt erst in die Welt bringt oder drin hält.

Also die Frage ist auch irgendwie nicht nach dem Sinn, sondern nach was anderem...  vielleicht nach der "richtigen" Entscheidung.

 

2 Kommentare 18.11.11 17:17, kommentieren

 
 
 
 
 
 
 
Hab gestern abend geschafft mal die Einleitung zu dem Viele-sein-Buch zu lesen. Und hab Rotz und Wasser geheult. So ist das. Genauso wie es da steht. So ist das.

Ich glaube für die nächste PT-Stunde möchte ich mir vornehmen zu versuchen es mal zu sagen. Wie es war. Was es war. Was sie gemacht haben mit mir. Aber ich glaube ich kanns nicht. Da ist doch verrückt. Wie lange soll es denn noch dauern. Ich muss doch mal aufwachen und mein Leben komplett annehmen und integrieren. Das war. Das ist. Ich bin. Ich werde sein. Mit allem. Punkt.
Irgendwas hält mich zurück. Glaubt nicht. Will nicht sehen, will nicht erinnern, will nicht gefühlt haben.
 
Gut, dass ich Arbeit habe gerade, denn was sich hier bewegt das halt ich kaum aus. Und durch das Raus-müssen bin ich gezwungen, mich um mich zu kümmern und zu üben wie ich lebe. MIT dem Zeug da drinnen und nicht weggespalten davon. Aber sorry, also das ist ätzend. Wir haben aber nichts genommen! Keine Tabletten, keinen Alkohol, nicht geraucht! Ich bewundere Euch alle, die Ihr das schon immer könnt und einfach so macht, jeden Tag.
 
56.0 kg gestern, neuer Tiefpunkt. Ich mach aber keinen Druck. Es ist wie es ist und wenn es Zeit ist, wird es sich ändern dürfen. Hab gestern Kürbissuppe gekocht. Jeden Tag eine halbe Tasse,  als Angebot. Ganz weich bleiben. Streng sein hilft gar nichts. Es ist wie es ist und es ist in Ordnung so. Im Kopf hängt eine Zahl. 54. Und weißt Du was das ist... soviel haben wir gewogen als wir von zuhause abgehauen sind. Drei Monate später waren es 10 kg mehr. Drei Jahre später nochmal 10 kg mehr. Aber das ist nicht so wichtig. 54 ist für irgendwen die oberste Grenze. Mir kommt es fast so vor als will jemand einen Systemwechsel, nein eher eine "Wiederherstellung"... oder so.
 

Margarete
 
und Johanna, Alexa und Jenny

1 Kommentar 29.10.11 10:20, kommentieren

 

 

 

 

Das ist mein Stein. Genau der. Ich kann ihn nur imaginieren, weil viel zu teuer, dieser schöne Anhänger. Aber schon das Bild von ihm beruhigt mich.

 

 

(blauer Labradorit)

1 Kommentar 13.10.11 00:03, kommentieren

 

 

 

 

Ich sah eine Blume im Nebel...
Sie welkte ohne Sinn,
zerfiel zu Staub bevor sie blühen konnte,
verwehte mit einem Atemhauch.
Dahin...

Ich sah eine Blume im Nebel...
Ich wollte zu ihr hin.
Sie wollte mich erreichen,
doch verblasste ohne Wiederkehr.
Sie erinnerte mich an was ich bin:

Staub bevor ich blühen konnte,
verweht mit einem Atemhauch.
Verschwunden...
in der Weite eines Augenblicks.
Dahin.

Ich sah eine Blume im Nebel,
ich erkannte Dich in ihr.
Ich wollte zu ihr hin.
Ich erkannte mich in Dir...
ein Dasein ohne Sinn.

Ein Kämpfen ohne Lebenskraft,
geboren aus der Saat,
die zu pflegen und zu lieben,
zu wärmen und zu schützen,
ich nicht imstande war.

Was soll mir eine Blume,
deren Farben ich nicht fühle,
deren Liebe ich nicht wert.
Das Licht in meiner Seele
hat sich auf dem Weg verirrt.


Johanna, 11.10.11

12.10.11 02:02, kommentieren

 

 

 

 

 

Wie ist das denn... wie fühlen sich denn "normale" Menschen so mit ihrem Alltag, der Arbeit und sozialen Kontakten. Vielleicht ist das Gefühl, auf der Kante am Abgrund entlang zu rasen, ja normal und gehört dazu.

Jackpot-Frage: was ist Energie-Balance bzw. wie geht das. 

Nun - es tut wohl einfach Jede/r was er/sie kann.

 

"Nebenbei" hat mir ein kleiner Mensch am Wochenende die Ehre erwiesen, eine seiner ersten Begegnungen im Leben sein zu dürfen. "Tante" nannte mich die Ärztin in der Klinik - ahje. Aber gut - das Tantensein ist was Schönes, glaub ich. Ich bins ja auch "biologisch" schon, aber das werde ich nie leben können. Hm.

Jedenfalls - der Winzling wird sich da durch schwierige Bedingungen kämpfen müssen, um wachsen zu können. Und eigentlich ist niemand wirklich frei zu wachsen. 

1 Kommentar 11.10.11 10:17, kommentieren

 

 

 

 

 

Wir mussten heute was zum Anziehen kaufen, weil nichts mehr passt außer 1 Leggins und wenigen Sachen, die eher nur noch für zuhause gehn (Löcher und Flecken...).


Ich hatt keine Ahnung, was man da kauft. Verkäuferin fragt welche Größe, ich so: "hm kein Plan, ich hab immer 42 gehabt, jetzt vielleicht ne Nummer kleiner??" Sie guckt so an uns runter... "ok, und jetzt 34?" Ich hab voll das Lachen angefangen, meint sie: "nee mindestens 36." Heißt ja heutzutage eh alles anders. Sie hat dann eine 26 in der Weite gegeben (was ist das übersetzt, keine Ahnung)... die hab ich aber nich zubekommen :D Hab halt echt nen Kuharsch, *lach*.

Also jetzt hab ich ne 27 und bin bißchen damit gelaufen, um zu sehen wie sie sich so anfühlt und musste auch n bissl zuppeln dann, weil die ja weiter werden nach ner Weile.
Schon krass. Wie die heutzutage Mode entwerfen, das ist so dalle. Knopf kriegste kaum zu, wird aber schlabberig nach 20min tragen und überm Hosenrand quillt das Fett an den Seiten raus. Sind wohl eher Klamotten für Schaufensterpuppen.

 

Dani

1 Kommentar 8.10.11 18:41, kommentieren

 

 

 

 


Menschen reagieren total empfindlich auf so Essenssachen, deshalb sollten wir das wahrscheinlich auch gar nicht hier schreiben, so wegen Ethik und so. Aber ich glaub nach den Erfahrungen der letzten Wochen und vor allem so die letzten Tage seit ich das ganz bewusst auch mal anschau, was gegessen wird und so, dass das tatsächlich überschätzt wird. Wir sind nicht schwächer, gereizter, depressiver, etc. Im Gegenteil. Uns geht es besser, stabiler, wir haben das Gefühl, sicherer zu sein als vorher. Wir sparen Zeit, Geld und Darm- und Hautunreinheiten. Es ist unfassbar, wieviel Energien frei werden, wenn man die ganzen Zeiten und Kräfte, die sonst durchs Essen gebunden wären, frei sind.

 

Tja hm. Also ich hab jetzt aus therapeutischem Nachwehen mal nachgelesen und folgende Erkenntnisse gewonnen:

- bis Untergewicht ist noch ne Menge Platz

- unsere Gedanken drehen sich nicht die ganze Zeit ums Essen

- niemand macht exzessiv Sport

- es wird kein Hunger unterdrückt (es wird nicht soviel gebraucht... wenn wir was vorbereiten, sind wir nach 2 Löffeln "voll", es wird gegessen, es reichen halt kleine Mengen

- wir haben keine verzerrte Körperwahrnehmung, ich glaub wir sehen den schon so, wie er ist - normal halt, an manchen Stellen bissl dünn, aber nicht mager... an anderen dagegen wabbelts.. also ganz normal

- Mangelerscheinungen konnten wir noch keine feststellen

- es wird nicht nachts gefressen und dann wieder ausgekotzt

 

Das spricht gegen eine "Ess-Störung". Das ist doch auch sowieso eine pathologisierende, schematische Schubladentheorie. Wir haben schon als Kinder nicht viel "gebraucht". Es gab Zeiten, da haben wir tagelang fast nichts gegessen, einfach weil wir nichts bekommen haben oder es uns zum Würgen brachte, schon wieder Blutwurststullen in der Schule essen zu sollen und wir es verwerflicherweise in den Müll gepackt haben auf dem Nachhauseweg.

Also wenn das eine Krankheit und gefährlich wäre, hätte das schonmal auffallen müssen oder zu Schwierigkeiten führen. 

BMI 21,5 ist ja auch total super.

 

Meine Großeltern (wessen nicht!!) haben jahrelang Not gelitten und ohne Essen überlebt. Sie hatten Hunger. DAS war schlimm. Die Kinder, die nichts zu essen haben, genau jetzt, an so vielen Orten, und Hunger haben - DAS ist schlimm. 

Rückblickend haben wir seit unserer "Flucht" in ca 0.5- bis 2-Jahres-Zyklen wechselnd Gewichtsschwankungen zwischen 5 und 20 kg. Das kann nicht sinnvoll sein - ok. Also schaun wir mal, wie wir da ne Stabilität reinkriegen.

1 Kommentar 7.10.11 23:02, kommentieren