Wozu sind die Schuldgefühle gut?
Warum sind sie wichtig... für mich?
Wofür brauche ich sie?

"Schuld" ist zwar schwer zu tragen, aber besser auszuhalten als der pure Schmerz, der darunter liegt und der unheilbar ist. Schuldgefühle sind "klar", berechenbar, sozusagen begrenzt. Schmerz, der so tief drin ist, dass er Schuld zum Aushaltenkönnen braucht, macht das Gefühl, ihm ausgeliefert zu sein. Nicht zu wissen, wo höre ich auf und wo fängt der Schmerz an und umgekehrt. Und vielleicht lebe ich manchmal "leichter" mit einem Schuldgefühl als mit dem losgelassenen Schmerz, von dem ich nicht weiß, wann er sich einpendeln würde in einen, den ich aushalten könnte.

Schuldgefühl ist "Macht" oder zumindest das Gefühl, weil man das "selbst macht", in der Hand hat, es ist AKTIV. Schmerz, großer tiefer Schmerz ohne Lösung, weil die Ursache nicht veränderbar ist, ist passiv und man fühlt sich ihm ohnmächtig ausgeliefert.

Hypothese: evtl. fühlt sich Schuldgefühl eigentlich noch viel schlimmer an, als wenn wir den Mut hätten, den unbeantworteten Schmerz zuzulassen, weil der Schmerz ja zusätzlich, unten drunter trotzdem immer da bleibt.

8.7.11 09:29

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