Menschen reagieren total empfindlich auf so Essenssachen, deshalb sollten wir das wahrscheinlich auch gar nicht hier schreiben, so wegen Ethik und so. Aber ich glaub nach den Erfahrungen der letzten Wochen und vor allem so die letzten Tage seit ich das ganz bewusst auch mal anschau, was gegessen wird und so, dass das tatsächlich überschätzt wird. Wir sind nicht schwächer, gereizter, depressiver, etc. Im Gegenteil. Uns geht es besser, stabiler, wir haben das Gefühl, sicherer zu sein als vorher. Wir sparen Zeit, Geld und Darm- und Hautunreinheiten. Es ist unfassbar, wieviel Energien frei werden, wenn man die ganzen Zeiten und Kräfte, die sonst durchs Essen gebunden wären, frei sind.

 

Tja hm. Also ich hab jetzt aus therapeutischem Nachwehen mal nachgelesen und folgende Erkenntnisse gewonnen:

- bis Untergewicht ist noch ne Menge Platz

- unsere Gedanken drehen sich nicht die ganze Zeit ums Essen

- niemand macht exzessiv Sport

- es wird kein Hunger unterdrückt (es wird nicht soviel gebraucht... wenn wir was vorbereiten, sind wir nach 2 Löffeln "voll", es wird gegessen, es reichen halt kleine Mengen

- wir haben keine verzerrte Körperwahrnehmung, ich glaub wir sehen den schon so, wie er ist - normal halt, an manchen Stellen bissl dünn, aber nicht mager... an anderen dagegen wabbelts.. also ganz normal

- Mangelerscheinungen konnten wir noch keine feststellen

- es wird nicht nachts gefressen und dann wieder ausgekotzt

 

Das spricht gegen eine "Ess-Störung". Das ist doch auch sowieso eine pathologisierende, schematische Schubladentheorie. Wir haben schon als Kinder nicht viel "gebraucht". Es gab Zeiten, da haben wir tagelang fast nichts gegessen, einfach weil wir nichts bekommen haben oder es uns zum Würgen brachte, schon wieder Blutwurststullen in der Schule essen zu sollen und wir es verwerflicherweise in den Müll gepackt haben auf dem Nachhauseweg.

Also wenn das eine Krankheit und gefährlich wäre, hätte das schonmal auffallen müssen oder zu Schwierigkeiten führen. 

BMI 21,5 ist ja auch total super.

 

Meine Großeltern (wessen nicht!!) haben jahrelang Not gelitten und ohne Essen überlebt. Sie hatten Hunger. DAS war schlimm. Die Kinder, die nichts zu essen haben, genau jetzt, an so vielen Orten, und Hunger haben - DAS ist schlimm. 

Rückblickend haben wir seit unserer "Flucht" in ca 0.5- bis 2-Jahres-Zyklen wechselnd Gewichtsschwankungen zwischen 5 und 20 kg. Das kann nicht sinnvoll sein - ok. Also schaun wir mal, wie wir da ne Stabilität reinkriegen.

7.10.11 23:02

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